Ernährung bei PCOS

Eine gesunde Ernährung bei polyzystischem Ovarsyndrom ist ausgewogen, abwechslungsreich und vollwertig. Sie soll nicht nur gut schmecken, sondern den Körper auch angemessen mit wichtigen Energielieferanten, Bausteinen, sowie Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Gesunde Ernährungsgewohnheiten sind natürlich jeder Person anzuraten. Bei polyzystischen Ovarien können sie darüber hinaus auch manche Aspekte der Erkrankung sanft abmildern. Die Ernährung bei PCOS basiert in ihren Grundlagen auf der sogenannten Ernährungspyramide, wobei bei der Auswahl der Lebensmittel möglichst keine industriell verarbeiteten Lebensmittel eingesetzt werden. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt bei PCOS in der Vermeidung von Blutzuckerspitzen und der Wiederherstellung eines ausgeglichenen Fettstoffwechsels. Wertvolle Mikronährstoffe sollten dem Körper zudem reichlich geliefert werden, sodass der Stoffwechsel wieder reibungslos ablaufen kann.

ERNÄHRUNGSBESTANDTEILE IM ÜBERBLICK

I. Knackiges Obst und Gemüse: Obst und Gemüse sollten die Grundlage der täglichen Ernährung bilden und versorgt Ihren Körper mit wertvollen Mikronährstoffen für einen gesunden Stoffwechsel. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass Sie auch genügend Ballaststoffe aufnehmen. Und das Beste: Sie enthalten nur wenige Kalorien! Mindestens 5 Portionen täglich sollten Sie zu sich nehmen, davon 3 Portionen Gemüse, den Rest als Obst. Für optimale Produkte empfehlen wir, beim Einkauf bevorzugt zu biologisch angebauten, saisonalen Produkten aus Ihrer Region zu greifen.

II. Wertvolle Fette: Vermeiden Sie Transfettsäuren! Diese gesundheits-schädlichen Fette finden sich vor allem in frittierten Speisen und Margarinen mit dem Aufdruck “gehärtete Fette”. Greifen Sie stattdessen vermehrt zu ungesättigten Pflanzenölen, wie beispielsweise Oliven- oder Rapsöl. Um die Versorgung mit wertvollen Omega-3-Fettsäuren sicher zu stellen, sollten Sie zweimal wöchentlich eine Portion Kaltwasserfisch verzehren. Lachs oder Makrele haben einen besonders hohen Gehalt. Nicht nur Vegetarier setzen auch gerne auf Nüsse und Leinöl, die ebenfalls viele Omega-3-Fettsäuren enthalten.

III. Trinken – aber richtig: 1, 5 – 2 Liter sollten Sie täglich trinken. Mit einem erfrischenden Glas Wasser liegen Sie eigentlich immer richtig. In Maßen sind auch Kaffee, Tee und sogar ein wenig Alkohol in Ordnung. Um stark gezuckerte Limonaden machen Sie am besten einen Bogen.

IV. Kraftquelle Kohlenhydrate: Greifen Sie bevorzugt zu Kohlenhydratquellen aus Vollkornprodukten. Diese enthalten noch die Randschichten des Korns, in denen nicht nur wertvolle Ballaststoffe, sondern auch gesunde Vitamine und Mineralien zu finden sind. Durch den höheren Ballaststoffanteil haben Vollkornprodukte zudem einen niedrigen glykämischen Index, machen somit länger satt, ohne den Blutzuckerspiegel zu sehr aus dem Gleichgewicht zu bringen (mehr dazu unten).

V. Pflanzliches Eiweiß: Verzehren Sie weniger tierische und dafür mehr pflanzliche Proteine. Insbesondere rotes Fleisch scheint Studien zufolge die Gesundheit negativ zu beeinflussen. Gute Proteinquellen hingegen sind beispielsweise Hülsenfrüchte, Samen und Nüsse. Bei Soja ist ein wenig Vorsicht geboten: Aufgrund seines Gehaltes an sogenannten Phyto-Östrogenen, also Substanzen, die dem weiblichen Hormon Östrogen sehr ähnlich sind, sollten Personen mit PCOS Soja nur in Maßen verzehren. Es gibt nämlich immer wieder Hinweise darauf, dass Patientinnen durch einen Progesteron Mangel (dem hormonellen Gegenspieler des Östrogens) in einen relativen Östrogenüberschuss geraten. Dieser sollte durch die Ernährung dann nicht unbedingt weiter gefördert werden.

INSULINSPIEGEL NORMALISIEREN

Von zentraler Bedeutung ist bei PCOS der Kohlenhydratstoffwechsel und damit einhergehend der Insulinspiegel. Wann immer wir nämlich Kohlenhydrate zu uns nehmen, werden diese im Körper im Laufe der Verdauung in Zucker zerlegt, welcher über das Blut zu unseren Körperzellen gebracht wird. Dies ist das Signal zur Ausschüttung unseres Blutzuckerhormons Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Erst wenn es in ausreichender Menge freigesetzt wurde, können die Zellen unserer Muskulatur und unseres Fettgewebes den Zucker aus dem Blut wirklich aufnehmen und verarbeiten.

Wie oben bereits geschildert, stellen dauerhaft überhöhte Insulinspiegel durch Fehlernährung eine Hauptursache für PCOS dar. Dem lässt sich entgegen wirken durch eine geeignete Auswahl von Lebensmitteln und ein paar einfache zeitliche Regeln.

Patientinnen mit PCOS sollten vermehrt zu Kohlenhydratquellen greifen, die den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen lassen. Am einfachsten gelingt dies, wenn Sie Weißmehlprodukte durch Vollkornalternativen ersetzen und zuckerhaltige Speisen und Getränke weitgehend meiden.

Gut zu wissen: Ein Blutzuckeranstieg lässt sich teilweise durch den gleichzeitigen Verzehr günstiger Lebensmittel (Gemüse, Hülsenfrüchte, Speisen mit einem hohen Eiweiß- oder Fettgehalt) abfangen. Weißbrot zum Beispiel führt zu geringeren Ausschlägen, wenn es zusammen mit einem Salat gegessen wird.


DAS TIMING

Frühstück wie ein König, Mittagessen wie ein Bauer und Abendessen wie ein Bettler – diese alte Weisheit ist gerade in puncto Insulinspiegel und Kohlenhydratverzehr aktueller denn je . Die Wissenschaft hat nämlich gezeigt: Die innere Uhr des Menschen steuert den Tagesverlauf vieler Hormonspiegel, und das betrifft auch das Insulin: Am Abend ist die Insulinsensitivität geringer als morgens.

Praktisch bedeutet dies, dass Kohlenhydrate gerne zum Frühstück und in Maßen zum Mittagessen verzehrt werden können. Am Abend ist es sinnvoll, den Konsum zu begrenzen. Achten Sie zudem darauf, die letzte Mahlzeit ca 3 Stunden vor der Schlafenszeit zu sich zu nehmen und idealerweise eine Pause von ca 12 Stunden zwischen Abendmahlzeit und Frühstück einzuhalten. Das sorgt für tägliche Insulin-Niedrigzeiten, die sich positiv auf Ihre gesamte Hormon- und Stoffwechsellage auswirken.

Wurde es doch einmal später mit dem Essen, so schieben Sie am besten eine Extra-Portion körperliche Aktivität ein: Tanzen gehen, Gymnastik vor dem Fernseher oder einfach nur ein schöner Abendspaziergang sind jetzt angezeigt!

Fazit: Es empfiehlt sich eine Umstellung der Ernährung auf eine vitalstoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst, hochwertigen Proteinen sowie gemäßigten Mengen an Kohlenhydraten in Form von ballaststoffreichen, komplexen Kohlenhydraten (z. B. Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Ölsaaten (bes. Leinsamen) und Nüssen). Am Abend sollten Sie Kohlenhydrate nur maßvoll und nicht zu spät verzehren.

MIKRONÄHRSTOFFE BEI PCOS

Aufgrund des engen Zusammenhangs zwischen Stoffwechsel und PCOS sind weitere ernährungsphysiologische Maßnahmen häufig erfolgversprechend.

INOSITOLE

Bei Inositolen handelt es sich um sogenannte „second messenger“: Das Blutzuckerhormon Insulin benötigt sie, um seine Wirkung in den Zielzellen voll entfalten zu können. Studien zufolge sind Inositole zur Senkung einer Insulinresistenz ebenso wirksam wie Metformin, und dies frei von Nebenwirkungen . Zwei Varianten von Inositol, nämlich Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol, sind in Ihrer Wirkung in zahlreichen Studien gut untersucht worden . Bei Kinderwunsch ist darauf zu achten, dass für eine optimale Unterstützung der Funktion des Eierstocks deutlich mehr Myo-Inositol als D-Chiro-Inositol eingesetzt wird .

COENZYM Q10

Coenzym Q10 spielt eine wichtige Rolle für die zelluläre Energiebereitstellung. Fördern Sie diese von innen durch reichlich Coenzym Q10. Es findet sich in Fisch und Meeresfrüchten, sowie in inneren Organen. Viele Frauen greifen aber auch gerne auf Nahrungsergänzungsmittel zurück. Bei PCOS-Patientinnen kann diese Nahrungsergänzung einer Studie zufolge den Stoffwechsel anregen und verbessern .

CHROM

Chrom ist als hilfreiches Spurenelement für die Regulierung des Blutzucker- und Insulinspiegels bereits seit Längerem bekannt. Unglücklicherweise wird es bei Stress oder hohem Kohlenhydratkonsum besonders schnell verbraucht – und zwar meist in höheren Mengen, als es mit der Nahrung wieder zugeführt werden kann.

In der normalen Ernährung findet sich Chrom unter anderem in Bierhefe, Fleischprodukten, Käse und Vollkornprodukten. Der Verarbeitungsgrad einiger Lebensmittel spielt bei der Versorgung von Chrom eine besondere Rolle. Weißer (raffinierter) Zucker und ausgemahlene Weißmehle enthalten im Vergleich zur Melasse und zum vollen Weizenkorn 90 Prozent weniger Chrom.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. geht bei Jugendlichen und Erwachsenen von einem täglichen Bedarf an 30 bis 100 µg Chrom aus. Zur Deckung dieses Bedarfes können Sie beispielsweise 200 g Linsen oder 300 g Vollkornbrot verzehren.

ZINK

Zink ist ein Mineralstoff, der an unglaublich vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt ist. Bekannt ist seine Bedeutung für die gesunde Funktionsweise unseres Immunsystems, aber auch für die Wirkung unseres Blutzuckerhormones Insulin wird es in ausreichender Menge benötigt. Patientinnen mit PCOS sollten daher gezielt auf eine angemessene Versorgung achten. Ungefähr 7 mg am Tag sollten Sie von diesem Mineral zu sich nehmen. Reichlich Zink findet sich in tierischen Produkten, sowie in Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Ölsamen und Nüssen. Besonders gut wird Zink aus vegetarischen Lebensmitteln aufgenommen, wenn gleichzeitig Zitrusfrüchte und andere Obstsorten oder deren Säfte verzehrt werden.

EISEN

Da Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom ihre Regel meist nur unregelmäßig haben, haben sie einen vergleichsweise niedrigen Blutverlust und damit auch einen recht niedrigen Eisenbedarf. Die Folge: Sie haben häufig die Tendenz, eine Eisenversorgung eher am oberen Limit des Spektrums zu haben. Studien zufolge begünstigt dies eine Insulinresistenz. Daher wird empfohlen, nicht zu viel zusätzliches Eisen zu sich zu nehmen. Verzehren Sie daher nur maßvoll rotes Fleisch und verwenden Sie bei Kinderwunsch Folsäurepräparate, die kein oder nur wenig zusätzliches Eisen enthalten.

B-VITAMINE

Auch Vitamine des Vitamin-B-Komplexes sind bei PCOS von Bedeutung. So spielen sie im Fettsäurestoffwechsel eine Rolle. Hier werden Sie für die weitere Umwandlung der essenziellen Fettsäuren benötigt, auf die später noch näher eingegangen wird. Schließlich benötigt der Körper sie zudem, um das Gefäßgift Homocystein abzubauen. Davon haben PCOS-Patientinnen leider häufig deutlich zu viel. Homocystein entsteht im Körper im Rahmen des Aminosäurestoffwechsels und wird mit Hilfe von Folsäure sowie den Vitaminen B6 und B12 normalerweise schnell wieder abgebaut. Gelingt dies aufgrund schlechter Vitaminversorgung nicht, kommt es aber zur Ansammlung von Homocystein, was sich schädlich auf die Blutgefäße auswirken kann. Dies gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall und Arteriosklerose. Eine angemessene Versorgung mit den Vitaminen B12, B6 und Folsäure kann dann Abhilfe schaffen und die Entgiftung wieder in Gang bringen.

Bei Folsäure handelt es sich um ein B-Vitamin, welches reichlich in grünem Blattgemüse vorkommt. Da es aber gegenüber Licht, Lagerung und Hitze sehr empfindlich ist, nehmen die meisten Personen auch bei gesundheitsbewusster Ernährungsweise Folsäure nicht in ausreichender Menge aus der Nahrung auf. Im Körper spielt Folsäure bei allen Wachstumsprozessen, der Zellteilung und der Blutbildung eine Rolle. Den täglichen Bedarf von 300 Mikrogramm Folsäure decken Sie, indem Sie zum Beispiel regelmäßig grünes Blattgemüse wie Spinat und Salate, Tomaten, Paprika, Vollkornprodukte, Nüsse, sowie Eier auf Ihren Speiseplan setzen.

Für Frauen mit PCOS, die sich mit dem Gedanken an eine Schwangerschaft tragen, ist Folsäure außerdem von Bedeutung, da sie das Risiko für kindliche Neuralrohrfehlbildungen deutlich senken kann. Wie jede Frau mit Kinderwunsch sollte sie daher ab Kinderwunsch bis zum Ende der Schwangerschaft Folsäure zusätzlich über Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Eine erhöhte Dosierung von mindestens 800 µg Folsäure wird von vielen Experten empfohlen.

Vitamin B6 gehört ebenfalls zu den wasserlöslichen Vitaminen aus der großen Familie der B-Vitamine. Es ist am Auf-, Um- und Einbau von Eiweißbausteinen beteiligt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen, 1,2 Milligramm Vitamin B6 täglich aufzunehmen. Besonders reich an Vitamin B6 sind Fleisch, Fisch, Wildreis sowie grünes Blattgemüse, Äpfel oder Nüsse. Wenn Sie zum Mittag beispielsweise 150 Gramm Putenbrust, 200 Gramm Brokkoli und 50 Gramm Wildreis essen, ist Ihr Vitamin B6-Bedarf bereits gedeckt.

Praxistipp: Beim Kochen oder Braten kann bis zu einem Drittel des wasserlöslichen Vitamin-B6 verloren gehen. Dünsten, Dämpfen oder kurzes Blanchieren tun dem Gemüse daher besonders gut. Bei der Lagerung sollten Sie Hitze und direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.

Auch Vitamin B12 gehört zum B-Komplex der Vitamine. Es ist fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Neben Fisch und Fleisch ist auch Käse ein guter Lieferant für Vitamin B12. 100 g Hüttenkäse decken schon fast Ihren gesamten Tagesbedarf an Vitamin B12.

OMEGA-3-FETTSÄUREN

PCOS-Patientinnen zeigen sehr häufig nicht nur Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels, auch der Fettstoffwechsel ist oft aus dem Gleichgewicht geraten. Besonders die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren ist häufig nicht optimal. Diese Fettsäuren gehören zu den essentiellen Fetten. Wir müssen die Omega-3-Fettsäuren also mit der Nahrung zu uns nehmen, da unser Körper sie nicht selbst herstellen kann. Sie bilden im Körper die Vorstufen zur Herstellung wichtiger Signal- und Regulationsmoleküle.

Interessant: Studien der letzten Jahre zeigen, dass die gezielte Ergänzung von Omega-3-Fettsäuren bei Patientinnen mit PCOS zu einer messbaren Verbesserung der Hormonprofile führen kann .

Es lohnt sich auf die Art und Menge der Fette, die mit der Nahrung aufgenommen werden, zu achten. Lebensmittel mit einem hohen Anteil an wertvollen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sollten vermehrt in den Speiseplan eingebaut werden.

Mindestens zweimal wöchentlich, besser häufiger, sollten fettreiche Meeresfische auf dem Teller liegen, für die kalten Küche eignen sich hochwertige, kaltgepresste Pflanzenöle, besonders Raps- und Olivenöl, und als Zwischenmahlzeit können Sie immer mal wieder zu Nüssen greifen.

VITAMIN D

In der nationalen Verzehrstudie 2008 in Deutschland erreichten 91 % der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhrmenge von Vitamin D nicht. Besonders bei PCOS-Patientinnen ist dies fatal, da Vitamin D-Mangel einerseits eine Insulinresistenz fördern kann und andererseits gerade bei Kinderwunsch der Vitamin-D-Status einen Einfluss auf die Erlangung einer gesunden Schwangerschaft hat. Daher sollten PCOS Patientinnen ihren Vitamin-D-Status regelmäßig kontrollieren lassen und ihre Vitamin-D Zufuhr bei Bedarf entsprechend anpassen .

ANTIOXIDANTIEN

Patientinnen mit PCOS haben häufig erhöhten oxidativen Stress. Dieser ist teilweise eine Folge der Erkrankung, verstärkt sie gleichzeitig aber auch weiter. Daher ist es wichtig, auf eine sehr gute Versorgung mit wertvollen, schützenden Antioxidantien zu achten .

Die bekanntesten Antioxidantien sind sicher die Vitamine C und E. Frisches, vollreifes Obst und Gemüse im Zusammenspiel mit Nüssen und Samen sind ideale Quellen. Optimalerweise nehmen Sie täglich mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse zu sich (eine Portion entspricht dabei in etwa 125 g bzw. der Größe Ihrer Faust), wobei alle Ampelfarben, besser noch alle Regenbogenfarben, vertreten sein sollten.

CARNITIN

Bei Carnitin handelt es sich um eine natürlicherweise im Körper vorkommende Verbindung, die eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen spielt. Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom haben häufig deutlich niedrigere Carnitin-Spiegel als gesunde Frauen . Dies gilt übrigens sowohl für übergewichtige, als auch für normalgewichtige PCOS-Patientinnen . Eine gute Carnitin-Zufuhr kann dann Untersuchungen zufolge hilfreich sein, um Abnehmprogramme zu unterstützen und Insulinwerte zu normalisieren. Interessant auch für PCOS Patientinnen mit Kinderwunsch: Bereits 2014 hatte man in einer Studie festgestellt, dass eine Carnitinsupplementation bei PCOS Patientinnen unter Clomiphenbehandlung die Schwangerschaftsrate deutlich verbesserte.

Nebenwirkungen wurden übrigens noch nie beobachtet. Während also aufgrund geringer Patientenzahlen in den Studien vor überhöhten Hoffnungen gewarnt werden sollte, so kann es nicht schaden, auf eine angemessene Versorgung zu achten. 1 bis 3 Gramm L-Carnitin sollten Sie täglich über die Nahrung aufnehmen. Pflanzliche Produkte weisen in der Regel einen niedrigen Carnitin-Anteil auf. Geringe Mengen befinden sich in Nudeln, Brokkoli und Kartoffeln. Zu den Nahrungsmitteln mit einem hohen L-Carnitin-Gehalt zählen hingegen Fleisch, Fisch und Milchprodukte.

N-ACETYL-L-CYSTEIN (NAC)

N-Acetyl-L-Cystein (NAC) ist ein besonders starkes Antioxidans. Genau genommen handelt es sich dabei um eine leicht veränderte und stabilere Form des natürlich vorkommenden Eiweißbausteins Cystein. Cystein selbst findet sich in den meisten proteinreichen Lebensmitteln. Fleisch und Fisch enthalten es ebenso wie Milchprodukte. Veganer erhalten Cystein aus pflanzlichen Lebensmitteln wie Haferflocken, sowie aus Gemüsearten wie Brokkoli, Paprika oder Zwiebeln. Das stabilere NAC ist als Nahrungsergänzungsmittel bereits seit langer Zeit erhältlich. Sein Einsatz wurde bereits für die Behandlung einer weiten Reihe von Gesundheitsproblemen, vom Herzen bis zur psychischen Gesundheit, untersucht. Relativ neu sind Untersuchungen zu seiner Bedeutung bei polyzystischem Ovarsyndrom. Hier zeigte sich: Eine Behandlung mit NAC kann den Stoffwechsel, den Hormonhaushalt, sowie die Regelmäßigkeit des Eisprungs deutlich verbessern . Interessant für PCOS Patientinnen mit Kinderwunsch: Die Behandlung mit NAC kann bei PCOS Patientinnen auch zu einer deutlichen Verbesserung der Eizellqualität beitragen .

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